Sephardische Musik

La rosa enflorece – Die Rose erblüht“

Der Wechsel von kultureller Blüte und Vertreibung kennzeichnet spätestens seit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels (70 n. Chr.) das Schicksal des jüdischen Volkes. Aber gerade dessen musikalischer Reichtum hat immer wieder geholfen, die eigene Kultur nach der Zerstreuung ins Exil zu festigen.

Die Musik der Sephardim, der spanischen Juden, ist mit deren Vertreibung ab dem Jahre 1492 um das ganze Mittelmeer verbreitet worden. Je nach Region klingt daher deren Musik mal türkisch beeinflusst, mal von Klangfarben Nordafrikas oder des Balkans inspiriert. Weiter nördlich kann sie sogar verblüffend mitteleuropäisch anmuten.

Lassen Sie sich bei unserem Konzert mitnehmen zu den markanten Stationen des Lebens (Geburt, Erwachsenwerden, Heirat und Tod). Lieder aus der jüdischen Festtagskultur sind dabei prägend: Tanzlieder („Rahelica baila…“) Hochzeitslieder („Morenica me llaman“), Legenden („Tres hermanicas…“), aber auch moderne Dichter („La vida es un pasaje…“) erscheinen in diesem Licht. Hilfreiche Kommentare und spannende Erläuterungen ebnen einen direkten Zugang zu den Inhalten der uns fremd-faszinierenden Kultur.

Jiddische und hebräische Lieder ergänzen das Programm. So entsteht ein farbiger Klang von Sprache und Musik aus jüdischer Tradition.

Das Konzert ist auch als Mahnung vor der zerstörerischen Kraft von Verfolgung und Vertreibung gedacht. Gerade in heutigen aktuellen Debatten braucht es solche völkerverbindenden Momente, um der Menschlichkeit Raum zu geben und kulturelle Unterschiede als Bereicherung wertschätzen zu können.

Wir, das Ensemble Wildwuchs schöpfen dabei aus einem reichen Instrumentarium: Lauschen Sie den archaischen Klängen des Dudelsackes, dem Surren der Drehleier und den silbrigen Kaskaden der Cister. Die Harfe psalmodiert und die Zymbeln klingen wie im Alten Testament und der Thora beschrieben. Daneben kommen auch vertrautere Instrumente jüdischer Musiktradition zum Einsatz, wie Klarinette, Bassgeige, Gitarre und Mandoline.